Kopfbäume besitzen eine besondere Wuchs- und Pflegeform. Ihre charakteristischen verdickten Astenden – die sogenannten Köpfe – entstehen nicht zufällig, sondern durch einen über viele Jahre regelmäßig wiederholten Schnitt.
Ein fachgerechter Kopfbaumschnitt unterscheidet sich deshalb grundlegend von einem starken Rückschnitt oder einer Kappung. Entscheidend ist nicht, einen Baum möglichst stark zurückzunehmen, sondern eine bereits angelegte Kopfbaumstruktur gezielt aufzubauen beziehungsweise dauerhaft weiterzupflegen.
Bei Baumpflege Funck betrachten wir dabei nicht nur den einzelnen Schnitt. Baumart, Entstehungsgeschichte, Alter, vorhandene Kopfstruktur, Vitalität, Schnittintervall, Standort, ökologische Bedeutung und das langfristige Pflegeziel müssen zusammen betrachtet werden.
Wir stellen den Baum in die Mitte unserer Arbeit.
Gerade beim Kopfbaumschnitt ist dieses Verständnis besonders wichtig, denn unter demselben Begriff werden zwei sehr unterschiedliche Formen zusammengefasst: historische Nutzungsbäume wie alte Kopfweiden und gezielt erzogene Gestaltungs- oder Kopfbäume, beispielsweise Platanen, Linden oder alte Tanzlinden. Diese Unterscheidung war auch ein zentraler Punkt in Philipp Funcks fachlicher Auseinandersetzung mit dem Kopfbaumschnitt im Zuge der überarbeiteten ZTV-Baumpflege.
Ein Kopfbaum ist eine besondere Gestaltungs- oder Nutzungsform eines Baumes.
An bestimmten, über Jahre wiederkehrend geschnittenen Astenden entstehen verdickte Bereiche, die als Köpfe bezeichnet werden. Aus diesen Köpfen treiben immer wieder neue Triebe aus.
Bei der regelmäßigen Pflege werden diese Neuaustriebe erneut bis an ihre Basis zurückgenommen, ohne den eigentlichen Kopf zu verletzen.
Dadurch entsteht im Laufe vieler Jahre die typische Form des Kopfbaumes.
Geeignete Baumarten können beispielsweise Weiden, Linden oder Platanen sein. Auch mehrere hundert Jahre alte Tanzlinden können historische Kopfbaumstrukturen besitzen.
Der Kopfbaumschnitt ist deshalb keine einmalige Schnittmaßnahme.
Er ist ein dauerhaftes Erziehungs- und Pflegesystem, das über viele Jahre konsequent fortgeführt werden muss.
Beim Thema Kopfbaumschnitt muss zunächst geklärt werden, um welche Art von Kopfbaum es sich handelt.
Diese Unterscheidung ist fachlich entscheidend.
Historische Kopfweiden und Nutzungsbäume
Kopfweiden wurden früher regelmäßig genutzt.
Die jungen Weidenruten dienten beispielsweise zum Flechten von Körben oder als Material im traditionellen Fachwerkbau. Eine weitere historische Form der Nutzung war das Schneiteln, bei dem junge Triebe unter anderem zur Gewinnung von Viehfutter entnommen wurden.
Als diese Nutzungen zurückgingen, wurden viele Kopfweiden nicht mehr regelmäßig geschnitten.
Die jungen Triebe entwickelten sich dadurch über Jahre zu stärkeren Ästen und Stämmlingen. Gleichzeitig alterten und zerfielen die alten Köpfe zunehmend.
Gerade solche historischen Kopfweiden besitzen heute häufig einen hohen ökologischen Wert. Höhlungen, Mulm, abgestorbenes Holz und alte Kopfstrukturen können wichtige Lebensräume darstellen.
Ihre Pflege verfolgt deshalb häufig nicht mehr das ursprüngliche Nutzungsziel.
Stattdessen geht es darum, Baumerhalt, Sicherheit und ökologische Bedeutung miteinander zu verbinden.
Ganz anders verhält es sich bei gezielt erzogenen Gestaltungsbäumen.
Solche Kopfbäume finden sich beispielsweise in historischen Parkanlagen, Alleen, Innenstädten oder an repräsentativen Standorten.
Auch alte Tanzlinden gehören teilweise zu dieser Gruppe.
Hier wurde die Kopfbaumform bewusst angelegt und durch einen regelmäßig wiederkehrenden Schnitt erhalten.
Gerade bei diesen Bäumen ist die Kontinuität der Pflege besonders wichtig.
Philipp Funck beschreibt diese beiden grundsätzlich verschiedenen Kopfbaumformen ausdrücklich als zentrale fachliche Unterscheidung: Auf der einen Seite stehen alte, häufig durchgewachsene Kopfweiden mit heute hoher ökologischer Bedeutung, auf der anderen Seite regelmäßig gepflegte Gestaltungsbäume in Städten, Parkanlagen oder historischen Pflanzungen.
Der Unterschied zwischen einem fachgerechten Kopfbaumschnitt und einer Kappung ist grundlegend.
Bei einer Kappung wird eine vorhandene, natürlich entwickelte Baumkrone ohne ausreichende Berücksichtigung ihrer gewachsenen Architektur und ihrer physiologischen Strukturen stark zurückgesetzt.
Dabei entstehen häufig große Schnittwunden und massive Veränderungen des Kronenaufbaus.
Ein fachgerecht erzogener Kopfbaum funktioniert nach einem vollkommen anderen Prinzip.
Die späteren Schnittstellen werden bereits während der Entwicklung des jungen Baumes festgelegt. Dort entstehen über Jahre die Köpfe.
An diesen definierten Punkten werden anschließend regelmäßig die neu entstandenen Triebe entfernt.
Die Schnittwunden bleiben dadurch vergleichsweise klein und stammfern.
Die über viele Jahre entwickelte Kopfstruktur bleibt erhalten.
Genau deshalb darf ein gewöhnlicher Baum nicht einfach stark zurückgeschnitten und anschließend als „Kopfbaum“ bezeichnet werden.
Ein Kopfbaum wird erzogen – er entsteht nicht durch Kappung.
Die fachliche Abgrenzung zwischen Kopfbaumschnitt und Kappung gehört zu den wesentlichen Aussagen der von Philipp Funck erläuterten ZTV-Systematik.
Ein klassischer Gestaltungs-Kopfbaum muss bereits in der Anzucht beziehungsweise Jugendphase entsprechend aufgebaut werden.
Dabei werden die späteren Positionen der Köpfe bewusst festgelegt.
Anders als bei einer normalen Kronenpflege werden die dafür vorgesehenen stärkeren Äste nicht auf einen Zugast eingekürzt. Sie werden dort geschnitten, wo sich die zukünftigen Köpfe entwickeln sollen.
In den älteren Baumpflege-Funck-Unterlagen wurde dabei darauf hingewiesen, dass die verwendeten Äste noch vergleichsweise geringe Durchmesser besitzen sollten.
Ziel ist es, die spätere Kopfbaumstruktur von Anfang an planvoll aufzubauen und große Verletzungen zu vermeiden.
Schwächere Äste, die nicht Bestandteil des gewünschten Kopfbaumgerüstes werden sollen, werden entsprechend entfernt.
So entsteht Schritt für Schritt ein dauerhaft pflegbares Grundgerüst.
Bei einem etablierten Kopfbaum liegt der Schwerpunkt der gesamten Schnittmaßnahme auf dem Schutz der vorhandenen Köpfe.
Die neu entstandenen Triebe werden an ihrer Basis möglichst sauber zurückgenommen.
Geschnitten wird nur im Bereich des neuen Triebes.
Der alte Kopf darf dabei nicht verletzt werden.
Gerade bei sehr alten Kopfbäumen können diese Strukturen über viele Jahrzehnte oder sogar deutlich länger entstanden sein.
Sie sind deshalb keine beliebigen Astverdickungen, die bei jedem Schnitt wieder neu hergestellt werden können.
Sie gehören zum biologischen und gestalterischen System des Baumes.
Die von Philipp Funck erläuterte ZTV-Systematik beschreibt entsprechend, dass die Neuaustriebe an der Triebbasis und nur im Triebdurchmesser entfernt werden sollen, ohne den Kopf zu verletzen.
Regelmäßig gepflegte Kopfbäume passen sich langfristig an ihre besondere Schnittform an.
Die über Jahre entstandenen Köpfe besitzen deshalb eine besondere Bedeutung für den Baum.
Philipp Funck beschreibt, dass regelmäßig geschnittene Kopfbäume einen Teil ihrer Energiereserven gezielt in diesen Strukturen einlagern.
Wird ein Kopf durch einen zu tiefen Schnitt oder durch eine unkontrollierte Schnittführung verletzt, kann deshalb nicht nur eine große Wunde entstehen.
Auch die für die weitere Regeneration wichtige Struktur des Baumes wird beeinträchtigt.
Gerade bei alten barocken Kopfbäumen ist deshalb höchste Sorgfalt erforderlich.
Geschnitten werden die neuen Triebe – nicht die alten Köpfe.
Die biologische Bedeutung dieser Strukturen und die erhöhte Problematik von Kopfverletzungen werden in Philipp Funcks Fachbeitrag ausdrücklich hervorgehoben.
Ein einmal angelegter Kopfbaum benötigt dauerhaft wiederkehrende Pflege.
Werden die Triebe zu lange wachsen gelassen, nehmen ihre Durchmesser und Gewichte immer weiter zu.
Aus jungen Trieben werden stärkere Äste.
Damit steigen die mechanischen Belastungen auf die alten Köpfe.
Gleichzeitig werden spätere Schnittwunden größer.
Bei regelmäßig gepflegten Gestaltungs-Kopfbäumen sind deshalb relativ kurze Schnittintervalle vorgesehen.
In den von Philipp Funck erläuterten ZTV-Vorgaben wurden beispielsweise Abstände von ein bis drei Jahren beschrieben. Die ältere Website von Baumpflege Funck nannte – abhängig von Baum und Situation – Intervalle von etwa ein bis vier Jahren.
Entscheidend ist weniger eine starre Jahreszahl als die rechtzeitige Pflege, bevor aus den jungen Austrieben erneut große und schwer beherrschbare Kronenteile entstehen.
Wird ein Kopfbaum über viele Jahre nicht gepflegt, verändert sich seine Situation deutlich.
Die jungen Triebe wachsen zu stärkeren Ästen oder Stämmlingen heran.
Ihre Last wirkt auf die vorhandenen Köpfe.
Alte Kopfbereiche können bereits durch Fäulen oder Höhlungen geschwächt sein.
Damit kann aus einer ursprünglich gut kontrollierbaren Pflegeform ein komplexer Altbaum entstehen.
In solchen Fällen darf nicht einfach davon ausgegangen werden, dass alle starken Triebe wieder auf die ursprünglichen Köpfe zurückgeschnitten werden können.
Bei alten, durchgewachsenen Kopfweiden unterscheidet sich die Situation außerdem grundlegend von regelmäßig gepflegten barocken Kopfbäumen.
Hier muss zunächst geklärt werden:
Wie vital ist der Baum?
Wie stabil sind die alten Köpfe?
Welche Triebe können tatsächlich entfernt werden?
Welche Strukturen besitzen ökologische Bedeutung?
Welche Reaktion ist vom Baum zu erwarten?
Und welche Sicherheitsanforderungen bestehen am Standort?
Je länger ein Pflegeintervall überschritten wurde, desto wichtiger wird die individuelle baumbiologische Beurteilung.
Kopfweiden benötigen eine andere Strategie
Eine alte, jahrelang durchgewachsene Kopfweide darf nicht automatisch genauso behandelt werden wie ein regelmäßig gepflegter Gestaltungs-Kopfbaum.
Bei diesen alten Nutzungsbäumen können sich die Energiereserven anders verteilen.
Gleichzeitig können die alten Köpfe bereits weitgehend ausgehöhlt oder biologisch stark verändert sein.
Philipp Funck weist deshalb darauf hin, dass gerade beim Baumerhalt alter Kopfweiden der Umgang mit den jungen beziehungsweise durchgewachsenen Ständern differenziert werden muss.
Ein vollständiges Zurücksetzen direkt auf die alte Kopfoberfläche ist nicht in jeder Situation die baumbiologisch sinnvollste Lösung.
Diese Unterschiede zeigen besonders deutlich, weshalb der Begriff Kopfbaumschnitt allein noch keine ausreichende Arbeitsbeschreibung darstellt.
Bei der Pflege älterer Köpfe können einzelne Triebe bewusst als sogenannte Verjüngungsreiser erhalten werden.
Ein solcher Trieb wird nicht vollständig entfernt, sondern gezielt stehen gelassen.
Damit kann die weitere Entwicklung eines alten Kopfes unterstützt beziehungsweise eine neue Triebstruktur vorbereitet werden.
Die von Philipp Funck erläuterte ZTV-Fassung sah das Belassen eines Verjüngungsreises ausdrücklich als mögliche Vorgabe vor.
Dabei gilt jedoch:
Mehr ist nicht automatisch besser.
Werden zu viele längere Stummel stehen gelassen, können diese später absterben.
Das wiederum kann Fäulen und weitere Schäden im Kopf begünstigen.
Die Auswahl und Ausführung eines Verjüngungsreises muss deshalb bewusst und fachgerecht erfolgen.
Beim regelmäßigen Schnitt eines Kopfbaumes sollen die neuen Triebe sauber an ihrer Basis entfernt werden.
Längere Aststummel sind zu vermeiden.
Solche Stummel können absterben und anschließend zu Eintrittsstellen für Fäulen werden.
Gerade bei alten Köpfen kann dadurch eine ohnehin sensible Struktur zusätzlich belastet werden.
Philipp Funck stellt dies in seinen Schnittzeichnungen besonders deutlich dar:
Die Triebe werden sauber über ihrer Basis entfernt; lediglich ein gezielt ausgewählter Verjüngungsreis kann erhalten bleiben.
Beim Kopfbaumschnitt besitzt auch der Schnittzeitpunkt eine besondere Bedeutung.
Bei regelmäßig gepflegten Kopfbäumen liegt der klassische Schnittzeitpunkt gegen Ende der Vegetationsruhe.
In Philipp Funcks Veröffentlichungen wird beschrieben, dass die barocken Kopfbäume und Tanzlinden üblicherweise im Februar gepflegt wurden.
Der Hintergrund ist nicht nur die praktische Ausführung.
Auch die Verteilung der Energiereserven und die Reaktion des Baumes auf den Schnitt spielen eine Rolle.
Insbesondere bei Linden wurde beobachtet, dass ein Herbstschnitt ungünstig sein kann und Verjüngungsreiser absterben können.
Bei stark wachsenden Platanen wurde in der damaligen ZTV-Systematik als begründete Ausnahme auch ein späterer Schnitt nach dem Austrieb beschrieben.
Damit wird deutlich:
Der Schnittzeitpunkt eines Kopfbaumes sollte sich aus Baumart, Kopfbaumform, Pflegeziel und biologischer Situation ergeben – nicht allein aus einer allgemeinen Kalenderregel.
Gerade alte Kopfweiden und historische Kopfbäume können wertvolle Lebensräume sein.
Durch Höhlungen, Mulm, abgestorbene Holzbereiche, Rindenspalten und über Jahrzehnte entstandene Strukturen können sie für zahlreiche Tier- und Pilzarten von Bedeutung sein.
Bei durchgewachsenen Kopfweiden kann die ökologische Funktion heute sogar wichtiger sein als die ursprüngliche Nutzung.
Deshalb muss vor einer Schnittmaßnahme geprüft werden, welche Habitatstrukturen vorhanden sind und welche Anforderungen des Artenschutzes berücksichtigt werden müssen.
Dies kann Einfluss auf Zeitpunkt, Umfang und Ausführung der Arbeiten haben.
Fachgerechter Kopfbaumschnitt bedeutet deshalb nicht, einen Baum möglichst vollständig „sauber“ zu schneiden.
Es geht darum, Pflegeziel, Baumerhalt, Sicherheit und ökologische Anforderungen gemeinsam zu berücksichtigen.
Kopfbäume können über viele Generationen hinweg Teil eines Landschaftsbildes oder einer historischen Anlage sein.
Kopfweiden prägen bis heute manche Bach- und Wiesenlandschaften.
Tanzlinden besitzen teilweise eine jahrhundertealte Kulturgeschichte.
Barocke Kopfbäume sind Bestandteil historischer Garten- und Stadtgestaltung.
Solche Bäume sind nicht beliebig ersetzbar.
Ihre charakteristische Form ist das Ergebnis jahrzehntelanger oder jahrhundertelanger Pflege.
Gerade deshalb sollte die bestehende Kopfstruktur nicht durch ungeeignete Schnittmaßnahmen beschädigt werden.
Bei alten Kopfbäumen geht es häufig darum, eine historische Pflegeform fachgerecht weiterzuführen und gleichzeitig auf den heutigen Zustand des Baumes zu reagieren.
Bei der Pflege eines alten Kopfbaumes sollte zunächst verstanden werden, wie dieser Baum bisher behandelt wurde.
Wo befinden sich seine gewachsenen Köpfe?
Wie alt sind die Austriebe?
Welche Köpfe sind vital?
Welche weisen bereits Höhlungen oder Fäulen auf?
Welche Triebe besitzen eine besondere Funktion?
Wurde der Baum regelmäßig gepflegt oder war die Pflege über längere Zeit unterbrochen?
Erst danach kann entschieden werden, wie die vorhandene Struktur weitergeführt werden sollte.
Ein historischer Kopfbaum sollte nicht bei jedem Pflegegang neu gestaltet werden.
Die vorhandene Form ist vielmehr die Grundlage der weiteren Arbeit.
Besondere Vorsicht ist erforderlich, wenn ein Kopfbaum über einen längeren Zeitraum nicht mehr geschnitten wurde.
Die entstandenen Äste können inzwischen erhebliche Durchmesser erreicht haben.
Ein vollständiges Entfernen aller Triebe in einem Arbeitsgang kann dann wesentlich stärker in den Baum eingreifen als der ursprünglich vorgesehene regelmäßige Kopfbaumschnitt.
Bei solchen Bäumen sollte deshalb zunächst geklärt werden, ob eine direkte Rückführung auf die alten Köpfe biologisch und statisch vertretbar ist.
Unter Umständen kann eine abgestufte Pflege oder eine spezielle Strategie für den Baumerhalt sinnvoller sein.
Dies gilt besonders bei alten Kopfweiden mit ökologisch wertvollen und bereits stark veränderten Köpfen.
Linden gehören zu den klassischen Baumarten, an denen Kopfbaumformen über lange Zeiträume erhalten werden können.
Dazu zählen auch historische Tanzlinden.
Gerade bei alten Linden können die Köpfe über Jahrzehnte oder Jahrhunderte gewachsen sein.
Entsprechend sorgfältig müssen sie behandelt werden.
Ein zu tief angesetzter Schnitt kann die alten Kopfstrukturen verletzen.
Auch Schnittzeitpunkt und Schnittintervall besitzen eine besondere Bedeutung.
Die kontinuierliche Weiterpflege ist deshalb meist wesentlich schonender als lange Pflegepausen mit anschließenden starken Eingriffen.
Auch Platanen werden häufig als Gestaltungs-Kopfbäume erzogen.
Besonders im städtischen Raum können regelmäßig gepflegte Kopfbaum-Platanen über viele Jahrzehnte eine charakteristische und gut steuerbare Kronenform entwickeln.
Der regelmäßige Schnitt sorgt dafür, dass überwiegend junge Triebe entfernt werden.
Dadurch bleiben die Schnittstellen vergleichsweise klein.
Auch hier gilt:
Die vorhandenen Köpfe müssen erhalten und geschützt werden.
Ein Kopfbaum wird nicht dadurch fachgerecht gepflegt, dass sämtliche Äste möglichst dicht am alten Holz entfernt werden.
Die entscheidende Grenze liegt an der Basis des neuen Triebes.
Bei alten, regelmäßig gepflegten Gestaltungs-Kopfbäumen ist die Unversehrtheit der Köpfe besonders wichtig.
Philipp Funck weist in seinem Fachbeitrag deshalb ausdrücklich auf das Risiko hin, das eine Verletzung der alten Köpfe durch die Motorsäge verursachen kann.
Bei den von ihm beschriebenen barocken Kopfbäumen wurde die Motorsäge deshalb für den regelmäßigen Kopfschnitt ausgeschlossen.
Anders kann die Situation bei einer seit vielen Jahren durchgewachsenen Kopfweide aussehen.
Dort können inzwischen so starke Ständer vorhanden sein, dass die praktische Pflege eine vollkommen andere Ausgangssituation besitzt.
Auch hier zeigt sich:
Nicht das Werkzeug definiert den Kopfbaumschnitt.
Entscheidend sind Baumtyp, vorhandene Struktur und Pflegeziel.
Ein fachgerechter Kopfbaumschnitt beginnt mit der eindeutigen Einordnung des Baumes.
Zuerst wird geklärt, ob es sich um einen regelmäßig gepflegten Gestaltungs-Kopfbaum, einen historischen Nutzungsbaum oder einen seit vielen Jahren durchgewachsenen Kopfbaum handelt.
Danach werden die vorhandenen Köpfe und Austriebe beurteilt.
Wie alt und stark sind die Triebe?
Sind die Köpfe vital oder bereits geschädigt?
Gibt es abgestorbene Bereiche?
Sind Habitatstrukturen vorhanden?
Wann wurde der Baum zuletzt geschnitten?
Welches Pflegeziel soll langfristig erreicht werden?
Erst danach wird die eigentliche Schnittmaßnahme festgelegt.
Bei einem regelmäßig gepflegten Kopfbaum werden die jungen Austriebe an ihrer Basis zurückgenommen, ohne die vorhandenen Köpfe zu verletzen.
Bei Bedarf können gezielt Verjüngungsreiser erhalten werden.
Bei alten durchgewachsenen Kopfweiden kann dagegen eine andere Strategie erforderlich sein.
So entsteht keine pauschale Maßnahme, sondern eine Pflege, die zur jeweiligen Form und Entwicklung des Baumes passt.
Auch auf privaten Grundstücken finden sich alte Kopfweiden, Linden oder andere Bäume mit historischen Kopfstrukturen.
Häufig entstehen dabei Fragen wie:
Muss der Baum wieder vollständig auf die Köpfe zurückgeschnitten werden?
Sind die großen Austriebe inzwischen zu schwer?
Wie oft muss ein Kopfbaum gepflegt werden?
Kann ein lange nicht geschnittener Kopfbaum wieder weitergeführt werden?
Warum dürfen die alten Köpfe nicht angeschnitten werden?
Ist eine alte Kopfweide trotz hohler Bereiche noch erhaltenswert?
Eine fachliche Beurteilung hilft, zwischen regelmäßigem Kopfbaumschnitt, notwendiger Altbaumpflege und einem möglicherweise zu starken Eingriff zu unterscheiden.
Gerade bei lange vernachlässigten Kopfbäumen sollte nicht vorschnell geschnitten werden.
In Städten, Parkanlagen, historischen Gärten, Alleen oder auf kirchlichen Grundstücken können Kopfbäume Bestandteil eines langfristigen Pflegekonzeptes sein.
Hier ist die Kontinuität besonders wichtig.
Werden vorgesehene Pflegeintervalle regelmäßig eingehalten, bleiben die neu entstehenden Triebe vergleichsweise jung und die wiederkehrenden Schnittstellen klein.
Werden mehrere Pflegegänge ausgelassen, können aus einer planbaren Pflegemaßnahme deutlich aufwendigere Eingriffe entstehen.
Für größere Kopfbaumbestände ist deshalb eine nachvollziehbare Dokumentation von Baumart, Kopfbaumform, Schnittintervall und Pflegeziel sinnvoll.
Die ZTV-Systematik betont gerade bei solchen Arbeiten die genaue Beschreibung von Umfang, Zeitpunkt, Zielsetzung und zeitlichem Abstand der Schnittmaßnahmen.
Der Kopfbaumschnitt gehört zu den Baumpflegemaßnahmen, bei denen fachliches Hintergrundwissen besonders wichtig ist.
Dass ein Baum bereits Köpfe besitzt, bedeutet nicht automatisch, dass jeder starke Rückschnitt fachgerecht ist.
Ebenso kann eine alte Kopfweide nicht einfach nach demselben Schema behandelt werden wie eine regelmäßig gepflegte Kopfbaum-Platane.
Wir betrachten deshalb zunächst die Entwicklung des einzelnen Baumes.
Unsere Aufgabe kann darin bestehen, einen regelmäßig gepflegten Kopfbaum sauber weiterzuführen.
Sie kann darin bestehen, alte Köpfe zu erhalten und geeignete Verjüngungsreiser auszuwählen.
Sie kann darin bestehen, einen lange vernachlässigten Kopfbaum neu zu beurteilen und einen langfristigen Pflegeweg zu entwickeln.
Und sie kann ebenso darin bestehen, bei einer alten Kopfweide ökologische Strukturen bewusst zu erhalten.
Diese Differenzierung entspricht der fachlichen Haltung von Baumpflege Funck: Baumbiologie, Standort, Sicherheit, Ökologie und langfristiger Baumerhalt werden gemeinsam betrachtet.
Ein Kopfbaum ist das Ergebnis einer langfristigen Entwicklung.
Seine Köpfe, sein Schnittzyklus, seine Geschichte und seine Reaktion auf jahrzehntelange Pflege gehören zusammen.
Deshalb beginnt guter Kopfbaumschnitt nicht mit der Säge, sondern mit dem Verständnis dafür, welche Form des Kopfbaumes vor uns steht und wie sie entstanden ist.
Unser Ziel ist es, vorhandene Kopfstrukturen fachgerecht weiterzuführen, unnötige Schäden zu vermeiden und die langfristige Entwicklung des Baumes zu berücksichtigen.
Fachgerechter Kopfbaumschnitt statt pauschalem Rückschnitt.
Erhalt vor Eingriff, wenn dies fachlich sinnvoll ist.
Baumpflege mit Köpfchen.
Wir stellen den Baum in die Mitte unserer Arbeit.
Sicher · Nachhaltig · Stressfrei.